Bachkonzert am 31. Juli 2011

Dank der finanziellen Unterstützung der Stadt Kelsterbach ist auch in diesem Jahr wieder „große Kirchenmusik“ beim Bachkonzert möglich. Es ist das nunmehr 34. Konzert zu Johann Sebastian Bachs Todestag († 28.7.1750) und findet am Sonntag, dem 31. Juli 2011, um 20 Uhr in St. Martin Kelsterbach statt (seit seiner Begründung durch Rainer Noll im Jahre 1977 unter seiner Leitung).

Auf dem Programm stehen ausschließlich Werke von Johann Sebastian Bach. Neben dem Konzert in c-moll BWV 1060 für Oboe, Violine und Orchester erklingen diesmal drei sogenannte Dialog-Kantaten: „Ach Gott, wie manches Herzeleid“ BWV 58, „Tritt auf die Glaubensbahn“ BWV 152 und „Selig ist der Mann“ BWV 57. In allen drei Werken entfaltet sich ein Zwiegespräch zwischen der bedrängten Seele (Sopran) und dem tröstenden Jesus (Bass). Schließlich entbrennt die Seele in verzückter Jesusminne zu ihrem Geliebten, zu Jesus, der ihr Zuversicht und Trost spendet. Bachs Musik nimmt hier wie selten, inspiriert vom Text,  opernhaft-erotische Züge an. Sicher ist es die uns fremd gewordene barocke Sprache des 18. Jahrhunderts. Aber wer könnte schon der eröffnenden Aussage „Ach Gott, wie manches Herzeleid begegnet mir zu dieser Zeit!“ eine inhaltliche Aktualität absprechen? Mit den Worten „Nur Geduld, Geduld, mein Herze, es ist eine böse Zeit!“ richtet Jesus (Bass) die niedergedrückte Seele (Sopran) auf und verheißt uns allen „Nur getrost, getrost, ihr Herzen, hier ist Angst, dort Herrlichkeit!“.

Einmalig im Schaffen Bachs ist die Besetzung der Kantate „Tritt auf die Glaubensbahn“: das Instrumentalensemble besteht neben dem obligaten Continuo aus Blockflöte, Oboe, Viola d’amore und Viola da Gamba.

Im weitesten Sinne thematisieren auch diese Kantaten, wie schon die des Bach-Konzertes 2010, die Situation des Menschen, der sich inmitten von irdischer Not und Bedrängnis nach seligem Frieden, Erfüllung und himmlischer Freude durch Erlösung von Welt, Sünde und Tod sehnt. Sie gehören zur „ars moriendi“ („Sterbekunst“), die für den barocken Menschen immer zur rechten „ars vivendi“ („Lebenskunst“) als Kehrseite gehörte, während wir heute Endlichkeit und Ende eher verdrängen und einem Kult ewiger Jugendlichkeit huldigen. Anders bei Bach, der gerade in diesen Werken zu seiner innigsten und ergreifendsten Tonsprache findet. Und diese ist keineswegs düster und traurig, sondern heiter-verklärt.

Wieder konnten hervorragende Musiker gewonnen werden:

Birgit Völker (Graz), Sopran, Erik Frithjof (Augsburg), Bass, Mainisches Collegium Musicum mit Olaf Joksch (Offenbach), Orgelcontinuo. Leitung: Rainer Noll

 

Eintritt: 10  € im Vorverkauf,  12  € an der Abendkasse

 

Vorverkaufsstellen:   

Kelsterbach:

  • Schreibwaren Hardt, Marktstraße 3
  • A. Eckes, Café Maria, Mönchbruchstraße 45

Wiesbaden:

  • Musikalien Petroll, Marktplatz 5

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